Programm

Inhalte, Schwerpunkte und Aufbau des dreistufigen Weiterbildungsprogramms im Überblick

Zurzeit befindet sich das Zertifikatsprogramm in einem Prozess der Umstrukturierung. Diese Übergangszeit endet mit dem Umsetzungsstart am 01. Januar 2019.

 

 

 

„Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“

Der Rahmen: das Netzwerk Hochschuldidaktik NRW und das Zertifikatsprogramm


DAS NETZWERK

Das Netzwerk Hochschuldidaktik NRW, gegründet 2003, ist ein Zusammenschluss von 15 Hochschu­len in NRW. Die an den beteiligten Standorten zuständigen Einrichtungen verfolgen das gemein­same Ziel, qualifizierte Lehrkompetenz als festen Bestandteil der akademischen Personalentwicklung für den Bereich Lehre und Wissenschaft zu etablieren. Dafür hat das Netzwerk mit dem Programm „Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule“ eine fundierte hochschul­didaktische Quali­fizierung geschaffen, die mit dem gleichnamigen Zertifikat abschließt.


DAS PROGRAMM

Das Zertifikatsprogramm im Umfang von 200-240 Arbeitseinheiten (1 AE entspricht 45 Minuten) gliedert sich in drei Module, die jeweils mit einem Teilzertifikat abschließen: das Basismodul, das Erweiterungsmodul und das Vertiefungsmodul.

Ziel des Programms ist es, Lehrenden an Hochschulen im Hinblick auf alle ihre Kernaufgaben im Bereich Lehre kompetenzorientierte Weiterbildungsinhalte anzubieten, die systematisch aufein­ander bezogen sind. So werden Lehrende unter anderem dabei unterstützt, lernziel­orientiert zu lehren sowie transparent und fair zu prüfen. Weitere Kompetenzen, die Lehrende in der Hoch­schule benötigen, betreffen die konstruktive Beratung der Studierenden, die Mitwirkung an der Gestaltung von Evaluationen von Lehrveranstaltungen und Studiengängen sowie fachbezo­gene oder fach­übergreifende innovative Entwicklungen in Lehre und Studium. Das Zertifikats­programm fördert diese Kompetenzen und baut sie individuell aus.


DIE INHALTE

Inhaltlich gliedert sich das Programm in fünf Themenfelder und drei Querschnittsthemen, die im Folgenden vorgestellt werden.

1. Themenfeld „Lehren und Lernen“

Lehre zu gestalten, Studierende für das Lernen zu motivieren und zu aktivieren sowie Lernen zu initiieren und als Prozess zu verstehen – das sind Kernaufgaben einer jeden Lehrperson. Vor diesem Hintergrund ist es für Lehrende bedeutsam, sich mit Grundlagen des Lehrens und Lernens auseinanderzusetzen. So wird der Frage nachgegangen, wie Lehrtätigkeit und Lernprozesse zusammenhängen und was dies für die Gestaltung, Planung, Umsetzung und Reflexion der eigenen Lehre bedeutet.

2. Themenfeld „Prüfen und Bewerten“

Prüfungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Studiums und erfüllen selektive, didaktische und motivationale Funktionen. Auch Lehrende, die selbst keine Prüfungen abnehmen, tragen im Sinne des Constructive Alignment zum Kompetenzerwerb und zur Kompetenzüberprüfung bei. Ziel des Themenfelds ist es daher, Lehrende für die Bedeu­tung von Hochschulprüfungen im gesamten Lernprozess der Studierenden zu sensibilisieren und den Aufbau eines Methoden­repertoires zur Konzeption und Durchführung von Prüfungen zu ermöglichen.

3. Themenfeld „Studierende beraten“

Die Beratung von Studierenden ist Teil der grundständigen hochschulischen Lehre und umfasst inhaltlich ein sehr weites Spektrum sowohl fachwissenschaftlicher als auch studienstruktureller Fragestellungen. Um Beratungen anlassbezogen, wert­schätzend, zeitökonomisch und zielorien­tiert gestalten und Studierende auf ihrem Weg zum Studienerfolg in angemessenem Rahmen unterstützen zu können, entwickeln Lehrende im Themenfeld „Studierende beraten“ eine indivi­duelle Beratungshaltung, die sich an professionellen Standards orientiert.

4. Themenfeld „Feedback und Evaluation“

Das Geben und Nehmen von Feedback ist ein essentieller Bestandteil von Lehre – zwischen Lehrenden und Studierenden ebenso wie im kollegialen Austausch. Indem es Lehrenden gelingt, in einen wertschätzenden Austausch mit allen betroffenen Akteuren der Hochschule zu kommen, befördern sie die Qualitäts­entwicklung ihrer eigenen Lehre im Speziellen und der Lehre an der ganzen Hoch­schule im Allgemeinen. Dazu lernen sie Feedback- und Evaluationsverfahren kennen und entwickeln Adaptionsmöglichkeiten für die eigene Lehre.

5. Themenfeld „Innovationen in Lehre und Studium entwickeln“

Ziel des Themenfelds ist der Transfer erworbener hochschuldidaktischer Kompetenzen auf den eigenen Lehr- und Forschungskontext im Rahmen eines innovativen Lehr-/Lernprojekts. Lehrende werden dafür sensibilisiert, dass einmal erlernte Konzepte nicht statisch sind, sondern kontinuierlicher Weiterentwicklung durch Evaluation und Reflexion bedürfen.

 

Besonderer Fokus: Querschnittsthemen

Einige Aspekte, die zu den Grundvoraussetzungen für die Lehrtätigkeit an einer Hochschule gehören, indem sie die berufliche Lebenswelt der Lehrenden in ihrer Gesamtheit betreffen, finden sich in allen fünf Themenfeldern wieder: Rolle und Haltung, Digitalisierung sowie Diversity. Um den Stellenwert dieser Themen nach außen deutlich zu machen und nach innen den Anspruch zu formulieren, dass sie bei der Gestaltung hochschuldidaktischer Angebote ebenso wie bei der Planung von Lehrveranstaltungen zu berücksichtigen sind, werden sie als Querschnittsthemen bezeichnet und dezidiert hervorgehoben.

Die genannten Querschnittsthemen werden einerseits inhaltlich integrativ in den Fortbildungen behandelt. Andererseits können einzelne Querschnittsthemen aber auch in speziellen, ihnen gewidmeten Veranstaltungen dezidiert in den Blick genommen werden.

 

a. Rolle und Haltung

Eine fundierte, reflektierte und somit professionelle Haltung ist Grundvoraussetzung für eine gelingende Lehrtätigkeit – in einer Lehrveranstaltung ebenso wie in der Beratung, in Prüfungs­situationen, Rückmeldegesprächen wie auch in der internen Kommunikation, z.B. bei der Planung eines Studiengangs. Eine solche professionelle Haltung entwickeln Lehrende, indem sie sich bewusst machen, dass mit verschiedenen Aufgaben unterschiedliche Rollenerwartungen und mögliche Rollenkonflikte verknüpft sind. In den Fortbildungen erhalten sie Gelegenheit, sich mit Rollenerwartungen in verschiedenen Kontexten und Konstellationen auseinanderzusetzen. Durch die Reflexion von Erwartungen, die von Personen aus dem Lehrumfeld geäußert werden, sowie durch das Hinterfragen der eigenen Haltung kann die persönliche Verortung und Positio­nierung als Lehrende/r erfolgen.

b. Digitalisierung

Die Integration digitaler Medien in Lehr-Lern-Prozesse nimmt einen immer größeren Umfang an und wird zukünftig an allen Hochschulen zu den fundamentalen Elementen der universitären Lehre gehören. Digitale Medien sind dabei jedoch – wie alle didaktischen Methoden – nicht als Selbstzweck, sondern aufgrund des mit ihnen verbundenen didaktischen Mehrwerts einzusetzen. Hierzu gehört bspw. die bessere Passung an die Anforderungen der anvisierten Zielgruppe oder das Erreichen spezifischer Lehr-Lernziele.

Das Zertifikatsprogramm bietet hier eine Möglichkeit, Lehrkompetenzen für den Einsatz digitaler Medien zu erwerben bzw. vorhandene Kompetenzen gezielt weiterzuentwickeln. Ziel ist, dass Lehrende didaktische Entscheidungen vor dem Hintergrund einer stetig im Wandel begriffenen, durch Digitalisierung geprägten Gesellschaft regelmäßig hinterfragen und weiter­entwickeln.

c. Diversity

Lehre und Forschung und die damit verbundenen Prozesse und Arbeitsbereiche an Hochschulen sind hochgradig divers. Diese Verschiedenheit von Menschen, Prozessen und Aufgaben ist eine Bereicherung, die im Lehr- und Forschungsalltag aber auch eine Vielzahl an Herausforderungen mit sich bringen kann. Das Netzwerk Hochschuldidaktik NRW setzt sich in seinem Weiterbildungsprogramm für die Sensibilisierung für und die Reflexion von Diversität im Kontext Hochschule ein und unterstützt seine Teilnehmenden bei der sinnvollen Nutzung von Diversity. Dabei bezieht sich das Netzwerk Hochschuldidaktik NRW auf die Diversity-Dimensionen im Kontext Hochschule nach Boomers/Nitzscke und Gardenswartz/Rowe.

 

DER NUTZEN

Teilnehmende des Zertifikatsprogramms entwickeln zum einen ein professionelles Selbst­verständnis als Lehrende und leisten zum anderen einen Beitrag zur Qualitätssicherung in Studium und Lehre. Darüber hinaus erhalten sie ein Zertifikat mit deutschlandweiter Gültigkeit gemäß den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik (dghd) und damit einen formalen Nachweis ihrer pädagogischen Eignung, der nicht nur an Hochschulen, sondern allgemein in der Erwachsenenbildung von Wert ist – national und international.

Der Netzwerkgedanke ermöglicht es den Teilnehmenden, trotz unterschiedlicher Ausgestaltung des Programms an den beteiligten Hochschulen Veranstaltungen an allen Mitgliedshochschulen zu belegen und für das NRW-Zertifikat zu nutzen.

 

 

Ausführlichere Darstellung der Themenfelder

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